In einer Tötung

Du, mein Schöner, wurdest im März 2011

im Illatos getötet..

Dir und all den Anderen widme

ich dieses Gedicht...

Rest in peace...

                    


Endstation eines ungewollten Lebens,   

Es ist das Warten auf den Tod,

Es ist der Geruch des Todes,

Es ist euer Tod, der hier wohnt..

Ihr riecht ihn,

Ihr hört ihn,

Ihr fühlt ihn,

Ihr seid ihm ausgeliefert...

Es sind Angst, Verzweiflung , Resignation und Qual, die bei euch sind;

Die bei euch sind, bis eure Nummer an der Reihe ist...

Nur ihr seid Zeugen, wenn einer von euch geht...

Erkennt ihr die Schritte des Todes, seine Stimme?

Die Stange, die euch aus dem Zwinger zieht?

Die Hand, die sie führt?

Kein Wehren, kein Erstarren, kein Schreien und kein Wimmern hilft!

Es gibt kein Versteck, keinen Aufschub und keine Hilfe mehr!

Ihr seid nur noch Angst...

Was aber fühlt der Mensch, der euch zum Töten führt?

Was aber fühlt der Arzt, der euch die Spritze setzt?

                                                                            ( Elke Niegl)

 


 

"Ich spreche in meinem Herzen:

 Es geschieht wegen der Menschenkinder, auf dass Gott sie prüft,

 und sie sehen, dass sie an sich  selbst sind wie das Vieh."

 Altes Testament, Prediger 3, Vers 18

Für Fèlelem und all die Namenlosen in einer Tötung

Mitten in Pest, dem armen Teil der Hauptstadt, liegt der Illatos, Ungarns größte Tötung.

Kein Tourist soll sich hierher verlaufen, Illatosùt heißt "Weg des Duftes", und der Duft des Todes umweht den Illatos.

Der Illatos ist eine Abdeckerei und eine Tötung. Eine Tötung tötet und schläfert nicht ein.

Der Tod im Illatos ist langsam, qualvoll und grausam...

Es gibt für mich ein Foto, das für mich, stellvertretend für alle Tiere, die jemals im Illatos waren oder sein werden,dessen Qualen widerspiegeln...

Ich gebe ihm, dem Namenlosen, den Namen Fèlelem, Angst.

 

Alles an  ihm ist Ausdruck von Angst und Pein...

Als ihn Gabriella fotografierte, um ihm eventuell die Chance zum Leben zu ermöglichen, ließ er vor  Angst alles unter sich gehen.

Fèlelem wurde durch Gabriella gerettet, er bekam den Namen Shamu und hat ein neues Zuhause gefunden.


Shamu in seinem neuen, wundervollen Zuhause...

Ein Besuch in einer Tötung...?

Für die meisten von uns ist der Illatos virtuell, wir sehen Fotos und lesen Berichte. Allein dieses kann schon zutiefst berühren...

Was aber wäre, wenn wir in den Illatos gingen - in Kenntnis und mit dem Bewusstsein -, dass er eine aktive Tötung ist...

Ich versuche mich an diesen Gedanken zu gewöhnen...

Ich erinnere die Bilder und Eindrücke meiner Besuche in spanischen Perreras,ungarischen und ukrainischen" Tierheimen"..

                                                      
Ich kenne auch deutsche Tierheime und unterstütze diese
                  
                                                                     















In einem deutschen Tierheim mit Zoja aus dem Ausland....                                                                                            in einer ehemaligen Perrera...

Im Juli 2008 war ich zum ersten Mal in einem ungarischen Tierheim, ich hatte versucht mich mental vorzubereiten. Bereits die Fahrt durch Ungarn war eine Aneinanderreihung von Städtenamen, die für Tötungen standen, Sopron...

Ungarn ist ein schönes Land mit weiten, offenen Landschaften, wohltuend für die Augen, beruhigend für angespannte Sinne. Budapest, groß und imposant, zweigeteilt, mit dem Charme der großen Städte der Jahrhunderwende, hier irgendwo, musste der Illatos sein ,ein unvorstellbarer Kontrast zu den Schönheiten der Architektur.
 




Der Besuch im Tierheim aus dem unser erster Gnadenbrothund, Ede, stammte, war ein prägendes Erlebnis. Man konnte sich nicht vorbereiten, es war überwältigend und erschütternd. Ausländische Tierheime haben nichts gemein mit deutschen, es sind Provisorien und Lager, es fehlt an allem, nur nicht an Hunden. Hunde in Massen zusammengepfercht, für die Tiere nur Stress, und ein ständiger Kampf um einen Platz- ohne Rückzugsmöglichkeiten-, um eine Position in der Masse, um Futter und um das eigene Überleben.Man wird erschlagen von der Masse, erschlagen vom Gestank und der Geräuschkulisse., erschlagen von allen sinnlichen Eindrücken. Es sind Gefühle der Scham, der Ohnmacht, des Entsetzens, der Fassungslosigkeit , der Trauer und der Wut, Trauer um das Leid der Tiere, Wut darüber, dass dieses möglich ist in Europa im 21.Jahrhundert



                                                     ´...in einem Tierheim in Ungarn               ... in der Ukraine